2015 04 18 1 schmal

Flieger-Sprech

Wenn du hochmotiviert auf einen Flugplatz kommst, sei es als Gast, als Flugschüler oder selbst als gestandener Pilot, begegnest du einer ganz eigenen Begriffswelt, die einer Erklärung bedarf. Ohne deren Verständnis machst du Fehler, wirst vielleicht dumm angemacht und wirst unsicher. Nach dem dritten Anranzer findest du uns Flieger doof, hälst dich für den größten Deppen und die Motivation ist dahin - Ikarus ist abgestürzt.

Das möchten wir verhindern. Dieses Glossar soll dir eine erste Orientierung geben. Dabei möchten wir nicht ein weiteres Mal die Fliegerei erklären, denn dafür gibt es meterweise Fachbücher und viele Anstrengungen, die Regeln, die Verhaltensweisen und den Gebrauch von Ausdrücken in der Fliegerei zu standardisieren. Dennoch gibt es Besonderheiten und Auslegungen, die sich am Flugplatz Mosenberg und in unseren Flieger-Club als sinnvoll und richtig erwiesen haben, auf die wir Wert legen und die du kennen solltest. 

A

Ausräumen
- Handhabung -

Erste Tätigkeit zu Beginn des Segelfliegertages und neben dem Einräumen die Gelegenheit, bei der die meisten Schäden am Gerät verursacht werden. Die Flugzeuge, die Winde und alles was sonst noch zum Flugbetrieb gehört, werden aus der Halle bugsiert und am Vorfeld abgestellt. Beim Bewegen der Flugzeuge ist größte Sorgfalt geboten, da diese ziemlich sperrig und die Tragflächen oft länger als vermutet sind. Ein Verantwortlicher (Schachtelmeister, Fluglehrer, erfahrener Schüler) übernimmt das Kommando, alle anderen befolgen dessen Anweisungen. Beide Flächenenden, Rumpfnase und Rumpfende werden von je einer Person überwacht. Die anderen schiebenan den dafür vorgesehenen Stellen (s. Transport). Droht eine Berührung mit irgendwelchen Gegenständen wie Hallentoren, Wänden oder anderen Flugzeugen, ruft man laut und deutlich "Haltstopp".

Damit die Flugzeuge besser bugsier twerden können, werden sie auf Kuller gehoben. Die Art und Weise, wie dies geschieht, hängt vom Flugzeugtyp ab (s. Kuller).

Wichtige Kommandos     sind:

  • "schnauzwärts"=Bewegungvorwärts
  • "flächenwärts"=Bewegungseitwärts
  • "schwanzwärts"=Bewegungrückwärts
  • "haltstopp"=sofortinnehaltenundaufweitere Anweisungen warten

Wenn alle benötigten Flugzeuge und Fahrzeuge ausgeräumt sind, werden sie durchgesehen (s. Durchsicht), mit den erforderlichen Ausrüstungsgegenständen versehen und zum Flugfeld transportiert.

Anmerkung:

Es gilt alsguter Stil,beim Aus- und Einräumen oder zumindest an einem der Termine dabei zu sein, wenn man aktiv an dem jeweiligen Tag fliegen will oder geflogen hat.

Ausrüstung
- Ausrüstung -
Zu jedem Flugzeug gehört eine bewegliche Ausrüstung. Die Ausrüstungsgegenstände werden in der Flugleitung gelagert und müssen von dort beim Ausräumen geholt und beim Einräumen auch wieder dorthin gebracht werden.

Zur Ausrüstung gehören:

  • Fallschirm(e)
  • Batterie
  • Trimmgewicht
  • Flugbuch

B

Batterie
- Ausrüstung -

Alle Flugzeuge haben ein Funkgerät und eventuell weitere elektrische Geräte an Bord, die von einer 12V-Trockenbatterie versorgt werden. Die Batterie wird vor dem Flugbetrieb im Flugzeug in die dafür vorgesehene Halterung eingebaut und angeschlossen. Jede Batterie gehört zu einem speziellen Flugzeug und ist deshalb mit dem jeweiligen Flugzeugkennzeichen versehen. Nach dem Flugbetrieb wirddie Batterie wieder an die Mehrfach-Ladestation zum Nachladen angeschlossen. Die Ladestation befindet sich in der Flugleitung im Stahlschrank.

Bitte
Höflichkeitsfloskel, selbsterklärend
Bleikissen
- Ausrüstung -

Flugzeuge fliegen nur dann sicher, wenn sie innerhalb der zulässigen Beladungsgrenzen betrieben werden. D.h., sowohl zu viel als auch zu wenig Beladung ist zu vermeiden. Zur Zuladung wird auch dein zweifellos makelloser Körper gerechnet.Wenn du inklusive Fallschirm (5kg )und Kleidung (1 kg) weniger als die für den vorderen Sitz angegebene Mindestzuladung auf die Waage bringst, musst du die Differenz durch Mitnahme eines Zusatzgewichtes ausgleichen. Dafür halten wir Bleikissen bereit. Merke dir bitte dein Bleikissen und sorge immer dafür, dass du eines mitnimmst. Das Bleikissen wird mittels Schnüren am Sitz befestigt.

Die Mindestzuladung für die ASK13 beträgt 65 kg.

D

Du
- Umgangsform -
Standard-Anrede unter Fliegern. Wen du besser nicht duzen solltest, musst du selbst rauskriegen. Das ist zugegeben schwierig.Titel und Namenszusätze werden nicht verwendet.
Durchsicht
- Handhabung -

Während des Fluges kann man nicht einfach rechts ranfahren und nachschauen, ob der Blinker funktioniert. Wir müssen solche Dinge vor dem Start kontrollieren. Zu diesem Zweck führen wir an jedem Flugtag vor dem ersten Start eine "tägliche Durchsicht" durch.

Dabei festgestellte Mängel müssen dem Fluglehrer oder dem Werkstattleite rgemeldet werden.

Und das geht so:

  • Wenn man die zuprüfenden Punkte noch nicht auswendig kennt, kann man die im Flughandbuch befindliche Checkliste benutzen.
  • Zunächst über prüft man aus einigen Metern Entfernung, ob die Geometrie des Flugzeugs noch der Gewohnten entspricht und alle Teile vorhanden sind. Es soll Leute gegeben haben, die versucht haben, ohne angeschlossenes Höhenleitwerk zu starten.
  • Das Cockpit wird auf Fremdkörper und Beschädigungen untersucht.
  • Fremdkörper können Putzlappen, Werkzeuge, Essensreste oder Ähnliches sein. Beschädigungen können am Rudergestänge, an der Zelle an den Instrumenten auftreten. Ausrüstungsgegenstände müssen ordnungsgemäß befestigt sein.
  • Der Rumpf wird außen auf Beschädigungen untersucht. Veränderungen am Rumpfgerüst erkennt man sehr gut an der Bespannung. Geringste Veränderungen rufen erheblichen Faltenwurf hervor.
  • Das Hauptrad und, falls vorhanden, das Spornrad wird auf richtigen Luftdruck untersucht (2,5bar).
  • Die Rutschmarkierungen auf Felge und Decke müssen übereinander stehen.
  • Die Tragfläche wird auf Beschädigungen (Risse, Löcher) in Beplankung und Bespannung untersucht.
  • Klappen und Ruder werden auf Funktion und festen Anschluss geprüft (s.Ruderprobe).
  • Leitwerk und andere Tragfläche sinngemäß
  • Die Klinkvorrichtung wird durch eine Klinkprobe überprüft.

E

Einräumen
- Handhabung -
ist das Gegenteil von Ausräumen und stellt immer wieder eine Herausforderung an das Organisationstalent des Schachtelmeisters dar. Es gilt das beim Ausräumen Gesagte sinngemäß. Hinzukommt, dass vor dem eigentlichen Einräumen die Flugzeuge gewaschen werden.

F

Fallschirm
- Ausrüstung -

Ein wichtiges Rettungsgerät, von dem dein Leben abhängen könnte. Obwohl es von den Meisten nur als Rückenkissen angesehen wird, kann es doch eines Tages sehr wichtig werden, dass es funktioniert. Entsprechend vorsichtig und sachgemäß sollte es behandelt werden. Der Fallschirm wird normalerweiseinder dafür vorgesehenen Tragetasche im Fallschirmregal in der Flugleitung aufbewahrt. Hier ist er sicher vor Mäusen. Im Betrieb ist er gegen Nässe und Verschmutzung zu schützen. Wenn er abgelegt wird, sollte er immer mit dem Gurtzeug nach unten zu liegen kommen, damit die Verschlussstifte nicht verbogen werden. Das kann das Öffnen des Schirmes erschweren oder sogar verhindern. Die Fallschirme werden alle 3 bis 4 Monate von einem lizenzierten Fallschirmpacker geöffnet, gelüftet und neu gepackt. Wert ca 1.500,- Euro

Am besten legt man den Fallschirm kurz vor dem Einsteigen ins Flugzeug an. Wenn man sich gerade hinstellt, sollte das Gurtzeug straff anliegen, aber nichts(!) einschnüren.

Wir haben manuelle und automatische Fallschirme. Die manuellen Schirme müssen beim Absprung vom Springenden selbst durch Ziehen am Auslösegriff geöffnet werden. Die automatischen Fallschirme werden mit einer Reißleine am Flugzeug festgebunden und öffnen sich beim Absprung automatisch. Zwei Dinge solltest du dabei unbedingt beachten:

  1. Wenn du bei der Startvorbereitung vergisst, die Reißleine am Flugzeug festzubinden,kann sich der Schirm beim Absprung nicht öffnen.
  1. Wenn du dich nach der Landung zu weit (>5m) vom Flugzeug entfernst, öffnet sich der Fallschirm im unpassenden Moment.

Beides ist ausgesprochen unangenehm.

Flächenende
- Technik -

Das am weitesten vom Rumpf weg stehende und damit am meisten gefährdete Ende am Fluggerät. Im Allgemeinen hat ein Flugzeug zwei Flächenenden, was die Sache nicht einfacher macht. Beim Bodentransport sollte deshalb jedes Flächenende von einer Person genauestens beobachtet werden. Einer der beiden Flügelläufer lenkt das Flugzeug durch Vorgehen oder Zurückbleiben relativ zum Flugzeugrumpf. Achtung, ein Flächenende entwickelt mitunter enorme Geschwindigkeiten und Hebelkräfte!  In der Nähe von Segelflugzeugen muss man immer mit am Boden abgelegten Flächenenden rechnen. Diese sind nicht trittfest und entwickeln beim Besteigen ein hässliches Geräusch. Bei einigen Flugzeugtypen (K7, ASK13, K8) ist am Flächenende ein Haltegriff angebracht, an dem die Fläche sicher geführt werden kann. Bei Schulterdeckern sollte man nicht versuchen, ein hochstehendes Flächenende durch Hochspringen einzufangen. Es könnte abbrechen.

Flugbuch
- Flugvorbereitung -

Jeder verantwortliche Pilot und jeder Flugschüler ist von Gesetzes wegen verpflichtet, Aufzeichnungen über die durchgeführten Flugbewegungen zu führen. Dazu gibt es im Handel oder bei uns (das Erste ist gratis) entsprechende Flugbücher. Du kannst jeden Flug einzeln eintragen, Sammeleintragungen von Flügen mit dem gleichen Muster und der gleichen Startart sind aber auch möglich. Du solltest das Flugbuch gewissenhaft, vollständig und regelmäßig führen, denn es ist die Grundlage für die Anmeldung zur Luftfahrerschein-Prüfung und später zur Verlängerung deiner Lizenz.

Außerdem, wass ollen später deine Enkel von dir halten, wenn du ihnen zeigen willst, was für ein toller Kerl du warst und dein Flugbuch zeigt dann unter dem Gilb der Jahre Eselsohren und Fettflecke. Schrecklicher Gedanke!

Fluglehrer
- Personal -

Notorisch kritische, besserwisserische und mitunter melancholisch dreinschauende Zeitgenossen, die versuchen, aus Fußgängern Flieger zu machen. Hab Mitleidmit ihnen und befolge ihren Rat.

Im Übrigen halten sie den Kopf hin für den Mist, den du baust.

Flugleiter
- Flugplatz -
Eine Person, die man am leichtesten daran erkennt, dass er ein Handfunkgerät mit sich herumträgt. Er ist meistens nicht in der Flugleitung zu finden. Er hat das Sagen bei allem, was mit der praktischen Durchführung des Flugverkehrs am Boden und in der Luft zusammenhängt. Er leitet den Verkehr in der Platzrunde und gibt den Piloten wichtige Informationen.
Flugleitung
- Flugplatz -
Man sollte meinen, dass von hier aus der Flugverkehr am Platz geleitet wird. Dies ist bei uns mitnichten der Fall, vielmehr bezeichnet der Begriff den Ort der größten Unordnung am Platz. Deshalb ist er auch mit einem großen gelben "C", wie Chaos, gekennzeichnet. Außerdem werden hier unsere Ausrüstungsgegenstände gelagert, unsere Kleinkinder verwahrt und im Winter die theoretischen Unterrichte abgehalten.

H

Halle
- Flugplatz -

Ort,wo unsere Fliegerlein schlafen.

Man erkennt sie an einem großen, raunen Holztor. Das Tor ist als vierteiliges Schiebetor ausgeführt, wobei je zwei Teile nach links und zwei Teile nach rechts zu schieben sind. Beim Zu- oder Aufschieben sollte man darauf achten, dass dies nicht zu heftig geschieht, weil sonst die Kraftkopplung zwischen den beiden Einzeltoren einer Seite zu schlagartig erfolgt und das Tor aus der Führung springen kann. Das Tor wird mit einem Schloss in der Mitte verschlossen. Das macht natürlich nur dann Sinn, wenn auch die an den äußeren Kanten angebrachten Verriegelungen eingehängt sind. Für das ordnungsgemäße Verschließen der Tore ist, wie für alle Außentüren amPlatz, der Kantinenwirt zuständig.

Halt Stopp !
- Flugbetrieb -

Warnender Ausruf, laut und deutlich ausgesprochen.

Jeder Teilnehmer am Flugbetrieb, sei es in der Luft oder am Boden, ob Flugschüler oder Flugleiter, ist aufgefordert, aufmerksam und wachsam die Abläufe zu verfolgen. Wenn du irgendeine Situation erkennst, die ein sofortiges Beenden oder Anhalten erfordern, um eine Gefahr abzuwenden, so rufst du laut und deutlich "halt stopp, halt stopp, halt stopp". Dies ist eine eindeutige Floskel und wird auf jedem Flugplatz verstanden.

Horizontbild
- Technik -
Das Horizontbild ist das wichtigste Orientierungsmittel für den Sichtflieger. Es ist die Linie, an der sich Himmel und Erde zu berühren scheinen und liegt auf jeden Fall außerhalb des Flugzeuges.Deshalb schauen Sichtflieger sehr viel öfter nach draußen als auf die Instrumente.

I

Instrumente
- Technik -
braucht man eigentlich nicht zum Fliegen, sind aber ganz hilfreich. Beim Lernen des praktischen Fliegens sind sie eher hinderlich, weil sie von der Beobachtung des Horizontbildes ablenken. Das Horizontbild liefert dir alle Informationen, die du für einen sauberen Flugstil benötigst. Du solltest also den größten Teil der Flugzeit nach draußen schauen und nur gelegentlich mit einem kurzen Blick die Instrumente kontrollieren.

K

Kennzeichen
- Flugbetrieb -

Jedes Flugzeug hat, wie jedes Auto, ein eindeutiges, von der Zulassungsbehörde vergebenes Kennzeichen. Wenn es in Deutschland zugelassen ist, beginnt es mit einem großen "D". Abhängig von der Flugzeugklasse folgen dann Buchstaben- oder Ziffernfolgen. Dieses Kennzeichen ist z.B. zu verwenden, wenn man sich per Funk bei einem Flugplatz zur Landung meldet.

Ein Segelflugzeug hat als Beispiel das Kennzeichen D-2387, ein Motorsegler ein D-KSPK.

Daneben gibt es noch Wettbewerbskennzeichen wie M5, M6, MH4 etc.,die kürzer und daher besser zu merken sind, dafür aber nicht amtlich sind.

- Technik -

Vorrichtung, mit der das Windenseil mit dem Flugzeug verbunden wird. Es gibt eine Schwerpunktkupplung für den Windenstart und manchmal eine zusätzliche Bugkupplung für den Flugzeugstart. Die Schwerpunktkupplung hat eine Automatik, die dafür sorgt, dass das Seil rechtzeitig, also bevor das Segelflugzeug die Winde überfliegt, abgeworfen wird.

Zusätzlich kann die Kupplung durch einen Seilzug vom Cockpit aus ausgelöst werden.

Klinkprobe
- Flugvorbereitung -

Es wird die Funktionsfähigkeit der Klinkeinrichtung geprüft. Das geht so:

  • Der Pilot sitzt im Cockpit und sagt laut und deutlich "Klinkprobe"
  • Ein Helfer nimmt das Windenseil am äußersten, dem Flugzeug zugewandten Ende (dem Vorseil). Dort befindet sich ein Doppelring-Paar, dessen kleinerer Ring in die Kupplung eingeführt werden muss. Dazu sagt der Helfer ebenso deutlich "Aus". Der Pilot zieht an der gelb markierten Ausklinkvorrichtung und öffnet damit den Verschluss der Kupplung.
  • Der Helfer führt den kleinen Ring in die Kupplung ein und ruft"Ein".Darauf hin lässt der Pilot die Ausklinkvorrichtung los, die Kupplung schließt sich.
  • Der Helfer zieht jetzt das Vorseil nach hinten. Wenn die Automatik funktioniert, sollte das Sei laus der Kupplung fallen.
  • Daraufhin wird noch mal eingeklinkt und der Helfer zieht das Vorseil nach vorn. Dabei ist darauf zu achten, dass das Vorseil nicht am Rumpf scheuert. Der Helfer ruft "Aus" und der Pilot zieht am gelben Knopf. Das Vorseil sollte sich daraufhin vom Flugzeug lösen.
  • Die Klinkprobeist beendet, sobald der Helfer unverletzt wieder aufgestanden ist.
Kuller
- Flugbetrieb -

Segelflugzeuge sind sehr sperrig und Flugzeug-Hallen sind sehr eng. Beabsichtigt man zudem, mehrere Flugzeuge in einer Halle unterzubringen, so muss man deren Beweglichkeit durch Erhöhen der Freiheitsgrade beträchtlich verbessern. Dies gelang durch die Erfindung des Kullers.

Der Kuller ist im Wesentlichen eine Plattform, unter der vier, um die Hochachse drehbar gelagerte Rädchen montiert sind. Damit lässt sich der Kuller in alle horizontalen Richtungen frei verschieben. Gelingt es nun, diese Plattform unter das Hauptrad eines Segelflugzeugs zu bekommen, hat man die Zahl der Freiheitsgrade von2 (vor und zurück) auf 4 (vor und zurück, rechts und links) verdoppelt. Das Problem der Applikation des Kullers unter dem Flugzeug hat man durch mehr oder weniger trickreiche Mechaniken gelöst. Vom eher schlichten "Draufheben" bis zum eleganten "Aufrollen" unter Anwendung komplizierter kinematischer Vorrichtungen ist alles vertreten. Letztere Ausführungen dürfen denn auch nur noch von Personen bedient werden, die eine entsprechende Einweisung erhalten haben.

Kupplung
- Technik -
siehe Klinkeinrichtung

L

Lepo
- Flugbetrieb -
Der Lepo ("Opel" rückwärts) ist ein Fahrzeug meist älteren Baujahres, mit dem wir die Windenseile von der Winde zum Start transportieren. Es ist mit einem besonderen Aufbau versehen, an dem die Windenseile befestigt und auf Abstand gehalten werden. Der Lepo wird nur von Personen gefahren, die eine Einweisung erhalten haben. Er sollte nur zum Seilrückholen benutzt werden und seinem hohen Alter gemäß pfleglich behandelt werden. Wie alles, was sich auf dem Flugfeld bewegt, stellt er eine potentielle Gefahrenquelle dar, auf die wir achten müssen.

P

Pilot
- Personal -

Die Person, die für die Vorbereitung und Durchführung eines Fluges verantwortlich ist. Als verantwortlicher Pilot (PIC Pilot in Command) braucht man einen gültigen Luftfahrerschein. Der Pilot sitzt auf dem Pilotensitz, dieser ist normalerweise vom Hersteller des Flugzeugmusters festgelegt. Bei Flugzeugen mit Doppelsteuerung ist es i.A. der vordere oder der linke Sitz. Ausnahmen sind möglich. Im Schulbetrieb sitzt der Schüler zwar auch auf dem Pilotensitz, weil er ja auf seine Aufgabe als Pilot trainiert werden soll. Dennoch ist nicht er der verantwortliche Pilot, sondern der Fluglehrer, selbst wenn dieser nicht mitfliegt und sich das Schauspiel vom Boden aus betrachtet.

Piste
- Flugplatz -
Ist der Teil des Fluggeländes, auf dem gestartet wird und den man beim Landen treffen muss. Er ist seitlich durch Intarsien aus weißen Betonplatten gekennzeichnet. Die Piste sollte immer freigehalten werden. Nach dem Landen räumen wir die Piste unverzüglich, um nachfolgenden Flugzeugen oder dem Lepo Platz zu machen.
Platzrunde
- Flugbetrieb -

Wir bezeichnen damit den Soll-Flugweg eines Flugzeuges kurz nach dem Start und kurz vor der Landung. Sie dient dazu, den Flugverkehr in Platznähe zu ordnen.

R

Rückenkissen
- Ausrüstung -
Wichtig für einen sauberen Flugstil und ermüdungsfreies Fliegen ist, dass man richtig sitzt. Sitzt man schon schief im Flugzeug, fliegt man auch schief oder es ist zumindest schwieriger, sauber zu fliegen. Deshalb solltest du darauf achten, dass du immer mit einem deiner Körpergröße angemessenen Rückenkissen fliegst. Normalwüchsige benötigen i.A. kein Rückenkissen zusätzlich zum Fallschirm, eher kurz geratene schon. Das Rückenkissen muss so dick sein, dass du die Seitenruderpedale erreichst und sicher bedienen kannst. Dabei darf es sich nicht wesentlich zusammendrücken lassen. weil du sonst während der Startbeschleunigung in den Sitz gedrückt würdest und den Kontakt zu den Pedalen verlieren könntest.
Ruderprobe
- Flugvorbereitung -

Mit der Ruderprobe prüfen wir, ob alle Ruder funktionsfähig und fest angeschlossen sind. Dies ist sehr wichtig, denn ohne Ruderwirkung lässt sich ein Flugzeug schlecht steuern.

  • Der Pilot nimmt im Cockpit Platz und ruft laut "Ruderprobe"
  • Ein Helfer geht zum Querruder der rechten Tragfläche und hält dieses mit beiden Händen an der Hinterkante fest, sodass es sich nicht mehr bewegen kann. Er ruft "Querruder blockiert".
  • Der Pilot versucht, unter mäßiger Kraftanwendung, das Querruder zu betätigen. Er sollte einen deutlichen Widerstand verspüren. Wenn nicht, ist das Ruder nicht angeschlossen oder ein anderer Fehler liegt vor. Die Ursache muss auf jeden Fall vor dem nächsten Start gesucht und behoben werden.
  • Wenn ein Kraftschluss spürbar ist, ruft er "Querruder blockiert".
  • Der Helfer lässt das Ruder los und ruft "Links". Der Pilot gibt Querruder. Der Helfer prüft, ob das Ruder sinn gemäß ausschlägt. Wenn ja, ruft er "OK". Wenn nein, ist das Ruder seitenverkehrt angeschlossen.
  • In gleicher Weise und sinngemäß prüfen wir Bremsklappen, Höhen- und Seitenleitwerk und die Ruder der anderen Tragfläche.
Rumpfende
- Technik -
Rückwärtiges Ende eines Flugzeuges. Hier sind Höhen- und Seitenleitwerk zu finden. Diese Teile sind zum einen beweglich und zum anderen leicht gebaut. Daraus ergibt sich eine gewisse Empfindlichkeit gegenüber Druckkräften. Deshalb darf man hier nicht schieben. Bei Ka7, Ka8 und ASK13 sind zu diesem Zweck kurz vor dem Leitwerk, zum Cockpit hin, zwei Haltegriffe am Rumpf angebracht. Hier kann man problemlos anfassen und schieben.
Rumpfnase
- Technik -

Vorderes Ende eines Flugzeuges.

S

Schachtelmeister
- Personal -
Ein Mensch, der Organisationstalent, Durchsetzungsfähigkeit, räumliches Vorstellungsvermögen, Kreativität und stoische Ruhe in idealer Weise vereinigt. Er benötigt diese Eigenschaften, um am Ende eines jeden Flugtages die vielen Flugzeuge, Fahrzeuge und Gerätschaften wieder zu einem scheinbar unentwirrbaren, einheitlichen Ganzen zu verknäueln. Am Ende sollte nichts mehr auf dem Vorfeld zurückbleiben, was einigermaßen von Wert ist. Der Schachtelmeisterwird ob dieser Fähigkeiten hoch verehrt. Mitunter zeigt er Star-Allüren.
Schüler
- Personal -
Schüler ist bei uns jeder, der die unerschütterliche Absicht erklärt hat, das Fliegen zu erlernen und einen Ausbildungsausweis besitzt. Der Ausbildungsausweis wird vergeben, wenn die nötigen Formalitäten erledigt sind. Dazu zählen die Fliegerärztliche Untersuchung, die Kopie des Personalausweises, bei Minderjährigen die Einverständniserklärung der Eltern, die Führungszeugnisse aus Berlin und Flensburg und der Vereinsbeitritt. Für Minderjährige und Teilnehmer an Schnupperlehrgängen gibt es Erleichterungen. Der Schüler fliegt immer unter der Aufsicht und unter der Verantwortung des Fluglehrers, er sollte den Anweisungen des Fluglehrers die dementsprechende Beachtung schenken. Der Status des Flugschülers endet mit dem Ablegen der Luftfahrerschein- Prüfung.
Sicherheitsbereich
- Flugplatz -
Ist der Bereich zwischen Piste und gemeinem Acker. Er wurde eingerichtet, um einen ausreichenden Abstand zwischen den startenden und landenden Flugzeugen und irgendwelchen Hindernissen zu gewährleisten. Demzufolge sollte der Bereich möglichst frei gehalten werden. Weil aber unser Platz vergleichsweise eng ist, müssen wir die Flugzeuge im (nördlichen) Sicherheitsbereich transportieren. Daraus folgt, dass wir hier mit besonderer Aufmerksamkeit zuwege gehen und ständig den Flugbetrieb beobachten müssen. Will ein Flugzeug starten oder landen, begibt sich die Transportmannschaft samt Flugzeug an den äußersten Pistenrand und wartet dort, bis die Gefahr vorüber ist.
Stahlschrank
- Flugbetrieb -
Aufbewahrungsort für Batterien und sonstige Ausrüstungsgegenstände von Wert. Er befindet sich in der Flugleitung und ist meistens abgeschlossen. Den Schlüssel hat der Flugleiter oder der Fluglehrer.
Start
- Flugbetrieb -

Beginn des Fluges. Es ist ein komplizierter Vorgang und birgt eine Reihe von Gefahren, denen wir durch besondere Aufmerksamkeit begegenen müssen. Dies gilt für den Piloten und die Mannschaft am Start. Auf die Besonderheiten wird während der Ausbildung noch näher eingegangen.

Ort des Startvorganges. Wir haben zwe iStartorte, einer an jedem Pistenende. Welchen wir benutzen, hängt von der Windrichtung ab. Wir starten immer gegen den Wind. In Zweifelsfällen den Flugleiter oder Fluglehrer fragen. Zum Startaufbau gehört das Aufstellen des Startbusses, das Windenfunkgerät und das Auslegen des Lande-T's.

Startcheck
- Flugvorbereitung -

Der Startcheck ist die Lebensversicherung des Piloten. Er wird vor jedem Start durchgeführt und soll sicherstellen, dass alle wichtigen Teile an Bord sind und funktionieren. Der Check wird nach einer Checkliste (steht im Kopf oder im Cockpit) durchgeführt. Damit wir bei der Startvorbereitung nicht allzu lange aufgehalten werden, solltest du die Checkliste auswendig lernen und dein ganzes Fliegerleben lang nicht mehr vergessen. Wenn du den Fluglehrer mit an Bord hast, sagst du die Ckeckpunkte laut und deutlich an und führst den Check zügig und dennoch sorgfältig durch. Wenn du alleine fliegst, führst du den Check genau so durch.

FolgendeReihenfolgehatsichbewährt:

  1. Fest und sicherangeschnallt
  2. Fallschirmangelegt(und
  3. Trimmung neutral (Bleikissen eingebaut)
  4. Höhenmesser eingestellt
  5. Funkein geschaltet
  6. Haube fest verriegelt
  7. Klappen freigängig und verriegelt
  8. Ruder frei und gängig
  9. Spornkuller ab
  10. Start und Ausklinkraum fre
  11. Windrichtung
  12. Auf Seilriss vorbereitet
  13. Bitte Einklinken
Startleiter
- Personal -
Sorgt für Ruhe und Ordnung während der Startvorbereitung und des Startvorganges. Er gibt die Startkommandos über das Windenfunkgerät an den Windenfahrer. Er führt die Startkladde. Der Startleiter muss die potentiellen Gefahren beim Start kennen und dementsprechend eingewiesen, erfahren und mit Ernst bei der Saches ein. Er vertritt den Flugleiter am Start.

T

Traktor
- Flugbetrieb -
Unser Traktor, Marke Fendt Dieselross, ist uns seit langem ein treuer Freund und immer eine große Hilfe bei schwacher Mannschaft. Wir benutzen ihn vorwiegend zum Transport der Segelflugzeuge. Wenn aber genügend tatkräftige menschliche Schieber zur Verfügung stehen, kehren wir die sportliche Seite unseres Hobbys hervor und schieben per Hand. Das geht schneller, ehrlich. Der Traktor wird nur von eingewiesenen Personen gefahren. Es ist immer ein ausreichend langes Seil (mind. 4 m) zu verwenden. Bei abschüssigen Strecken ist darauf zu achten, dass das Flugzeug nicht in den Traktor rollt. Obwohl bei Kleinkindern sehr beliebt, sollten diese nicht mitgenommen werden, es sei denn, eine zusätzliche Person passt auf sie auf. Dies ist ein Haftungsproblem!
Transport
- Flugbetrieb -

Die meisten Beschädigungen am Flugzeug passieren beim Bodentransport. Entsprechende Vorsicht müssen wir dabei walten lassen. Da Segelflugzeuge keinen eigenen Antrieb haben, müssen wir sie schieben oder mit einem Traktor ziehen.

Handtransport ist zwar anstrengend, aber letztlich schneller als Traktortransport.

Folgende Regeln haben sich bewährt:

  • Eine Person übernimmt ein Tragflächenende und damit die Kontrolle über das Flugzeug und die Schiebemannschaft. Er lenkt das Ganze, behält den Überblick und achtet darauf, dass wir nirgends anecken.
  • Eine, oder bei Doppelsitzern zwei Personen gehen zum Leitwerk und tragen das Rumpfende an den dafür vorgesehenen Tragegriffen. Der Rumpf ist dabei in einer Höhe zu halten, dass das Flugzeug frei auf dem Hauptrad läuft und nicht auf der Kufe schleift. Da das der ergonomisch unangenehmste Job ist, sollte er höflicherweise von dem übernommen werden, der auch den Spaß hatte, also dem Piloten oder dem Schüler.
  • Der Rest der Mannschaft verteilt sich gleichmäßig auf die Vorderseiten der beiden Tragflächen möglichst nahe am Rumpf und schiebt durch Auflegen der flachen Hand auf die Nasenbeplankung. Daraus ergibt sich die bevorzugte Schieberichtung, nämlich rückwärts (schwanzwärts).
  • Es schiebt sich am leichtesten, wenn jeder schiebt!
  • Bitte nicht an beweglichen Teilen wie Rudern, Klappen und Hauben und an bespannten Teilen schieben. Sie sind empfindlich gegen Druck.  Auch Tragflächen-Endleisten sind nicht geeignet.
  • Fingerringe können hässliche Marken hinter lassen. Schmierige Pfoten auch!
  • Beim Transport mit Traktor entfällt die Flächenmannschaft, alles andere gilt entsprechend.

Während des Flugbetriebes sind wir an einer schnellen Startfolge interessiert. D.h., dass wir auch den Rücktransport der Flugzeuge zum Start möglichst effektiv organisieren müssen. Am besten hat sich bewährt, wenn sich die Schiebemannschaft gleich nach dem Start in Richtung Aufsetzpunkt in Bewegung setzt und etwa auf halber Pistenlänge ganz am nördlichen Pistenrand wartet. Nach dem Ausrollen des Flugzeuges geht jeder zügig an seinen Platz. Auf Zeichen vom Flächengänger wird das Flugzeug zunächst von der Piste geräumt und am nördlichen Pistenrand zurück zum Start geschafft. Am Start angekommen, wird das Flugzeug so abgestellt, dass es nicht im Wege steht und nicht mit Hindernissen in Berührung kommt. Dabei ist darauf zu achten, dass Tragflächen durch Windböen umschlagen können oder sich das ganze Flugzeug um die Hochachse dreht. Ggf. ist das Flugzeug festzulegen und die Klappen auszufahren. Hauben müssen immer geschlossen und verriegelt werden.

V

Vorfeld
- Flugbetrieb -
Bereich vor der Halle und Ort hoffnungsvollen Treibens (morgens) und glückerfüllter, zufriedener Gesichter (abends).

W

Waschen
- Flugbetrieb -

Nach demF lugbetrieb werden die Flugzeuge gewaschen. Dies hat nicht nur hygienische und ästhetische Gründe, sondern dient auch der Erhaltung der aerodynamischen Eigenschaften. Jede Unebenheit, wie Mücken, Vogelsch... oder Staub verschlechtert die Flugleistungen durch Erhöhen des Widerstandes.

Waschzeug findest du an den Innenseiten der Hallentore. Es wird mit klarem Wasser, ohne Zusätze und mit sauberen Schwämmen gewaschen. Danach wird mit einem Leder oder Haushaltstuch trockengewischt. Sollte ein Schwamm oder ein Tuch zu Boden fallen, so ist es vor der Weiterverwendung gründlich zu säubern, besonders sollten kleine Steinchen entfernt werden. Diese hinterlassen hässliche Kratzer auf Hauben und Kunststoffoberflächen. Aus dem gleichen Grund sollten besonders Hauben niemals trocken abgerieben werden. Hier genügt ein einziger Fehler, um ein wertvolles Flugzeug zu ruinieren !

Winde
- Flugbetrieb -
Mit der Winde bringen wir unsere Segelflugzeuge in die Luft. Sie hat zwei Seiltrommeln, so dass wir jeweils zwei Starts in Folge durchführen können. Sie wird ausschließlich von Personen bedient, die einen Windenfahrerschein besitzen.

 

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